Jugend debattiert

Eine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die aufstehen, ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen. Menschen, die zuhören und reden können. Menschen, die fair und sachlich debattieren.

Deshalb kommt es darauf an, dass jeder schon in der Schule lernt, wie und wozu man debattiert, und regelmäßig übt, auch selbst zu debattieren.

Videogruß von Frau Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft

Die Debatte

Debatten haben Regeln, damit ein konzentriertes, sachbezogenes Streitgespräch entsteht. Wer den Regeln der Debatte folgt, hört andere an und lernt, seinen Standpunkt fair und sachlich zu vertreten. Die Regeln bei Jugend debattiert sind so reduziert, dass sie auch im Alltag eine wertvolle Orientierungshilfe sind.

Das Besondere an Debatten ist, dass beide Seiten durch gleichrangige Sprecher vertreten sind. „Pro“ beginnt, „Contra“ hält dagegen. Um sicher zu gehen, dass man sich richtig verstanden hat, erhält jede Seite die Gelegenheit zur Erwiderung.

Wer debattiert, muss Stellung nehmen. Wer Debatten zulässt, zeigt damit an, dass man durchaus verschiedener Meinung sein kann. So viel es auch bedeutet, durch Argumente zu einer Übereinstimmung zu kommen – beim Debattieren hat man immer die Möglichkeit, „Nein“ zu sagen und beim „Nein“ zu bleiben.

Die drei Teile der Debatte

  • In der Eröffnungsrunde beantwortet jeder Teilnehmer in zwei Minuten die Streitfrage aus seiner Sicht.
  • Die Freie Aussprache dauert zwölf Minuten. Hier werden weitere Argumente gebracht und miteinander abgeglichen.
  • In der Schlussrunde hat jeder Teilnehmer noch einmal eine Minute Zeit, die Streitfrage ein zweites Mal zu beantworten: diesmal im Lichte all der Argumente, die er gehört hat.

Debattiert wird jeweils zu viert: Zwei Personen antworten mit „Ja“ und sprechen sich für das Gefragte aus („pro“), zwei antworten mit „Nein“ sprechen sich gegen die Maßnahme aus („contra“).

Das Training

Gute Debatten verlangen eine gute Vorbereitung. Im Fokus von Jugend debattiert steht deshalb ein Training für Schülerinnen und Schüler im Unterricht.

… in der Schule

Jugend debattiert bietet eine Unterrichtsreihe mit einer Auswahl an aktivierenden Übungen, die es allen ermöglichen, sich persönlich zu verbessern. Der Unterricht ist handlungs- und kompetenzorientiert. Schülerinnen und Schüler erwerben eine Vielzahl von Fähigkeiten, von denen sie nicht nur im Unterricht profitieren:

  • frei reden
  • Dinge anschaulich und präzise auf den Punkt bringen
  • einen eigenen Standpunkt finden und diesen vertreten
  • aufmerksam zuhören und auf andere eingehen
  • gegensätzliche Meinungen aushalten und Streit mit Worten beilegen können

… für Sieger

Die Sieger, die im Wettbewerb weiterkommen, gewinnen zusätzlich besondere Trainings: Bei mehrtägigen Seminaren mit eigens dafür geschulten Trainern von Jugend debattiert bereiten sie sich gemeinsam auf die nächste Stufe des Wettbewerbs vor. So erhält jeder eine faire Chance und entwickelt sich und seine Fähigkeiten weiter. Überdies sind die Siegerseminare eine einzigartige Möglichkeit, Jugendliche kennenzulernen und neue Freundschaften zu knüpfen.

Zu den Siegertrainings

… für Lehrer

Vor der Unterrichtsreihe Jugend debattiert steht das Training für Lehrerinnen und Lehrer. In eigens dafür konzipierten Fortbildungen, werden Lehrerinnern und Lehrer zu Projektlehrkräften ausgebildet, die lernen, das Debattieren im Unterricht einzuführen und methodisch vielfältig einsetzen zu können.

Zu den Lehrertrainings